Tobias Dienst Photography hält Emotionen fest

Die ausgiebige Hochzeitsplanung und die Suche nach dem perfekten Brautkleid nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und steht auf der ToDo-Liste ganz oben. Die Suche nach einem passenden Hochzeitsfotografen gerät meist in den Hintergrund und oft höre ich Sätze wie "ach, wir haben doch noch Zeit"... Doch was ist, wenn es die letzte Priorität auf der ToDo-Liste ist und nur noch wenige Wochen bis zur Hochzeit verbleiben? Auf die Schnelle kann meist kein Fotograf mehr gefunden werden. Panik!

 

Die entscheidende Frage lautet doch: Was bleibt uns nach einem rauschenden Fest?

Genau! Es sind die mit der Kamera eingefangenen Augenblicke. Freude, Tränen und Emotionen pur. Die Hochzeitsfotos sind das Einzige, was die Liebe für alle Zeit verewigt. Und hier spreche ich nicht von Handy-Schnappschüssen oder unscharfen, verwackelten Aufnahmen von Onkel Karl.

 

Jeder möchte doch auch nach 25 Jahren ohne Reue seine Hochzeitsbilder anschauen können. Bilder, die uns jedes Mal aufs Neue fesseln und uns diesen besonderen Tag immer und immer wieder fühlen lassen.

Der Hochzeitsfotograf ist wichtig! Wie ich finde, fast wichtiger als das Essen. Grund genug, diesem Thema mehr Bedeutung zu verleihen und um Tobias von Tobias Dienst Photography zum Interview einzuladen.

 

 

Tobias, erzähl uns zu Beginn doch kurz etwas über dich:

 

Hallo werte Leser und Leserinnen, ich heiße Tobias, bin Baujahr `79 und komme aus Ludwigshafen. Aufgewachsen allerdings in Böhl-Iggelheim. Da die Natur und der Pfälzer Wald nicht weit waren, wurde ich so auf jeden Fall fotografisch sehr geprägt.Irgendwann zu meiner Zivi-Zeit habe ich mit dem Fotografieren begonnen. Warum kann ich heute gar nicht mehr sagen. Zurückblickend lag es vermutlich daran, dass mein Bruder auch eine Kamera besaß und ich durch ihn neugierig wurde.

Mehr als nur "Knippse“, so bezeichnest Du selbst deinen Job. Gibt es einen Fotografen der dich sehr inspiriert?

Ehrlich gesagt kann ich gar nicht genau sagen, was mich inspiriert. Es gibt zumindest keinen großen berühmten Fotografen oder Künstler, dem ich nacheifern wollte. Man fällt ja täglich online oder in Magazinen über Unmengen an Bilder und am meisten mag ich solche, bei denen ich mir einen Moment Zeit nehmen muss damit sie wirken. Dabei denke ich oft "Mensch, so was will ich auch machen!". Und da jedes Fleckchen Erde und jeder Moment einzigartig sind, entstehen auf diese Art und Weise meine eigenen Bilder.

 

 

Du fotografierst gerne Landschaften und liebst die Stille – wie bist du eigentlich zur Hochzeitsfotografie gekommen?

Ja das ist zugegebenermaßen ein ziemlicher Kontrast. Zu Beginn meines Fotografendaseins habe ich mich auch tatsächlich ausschließlich auf die Natur konzentriert. Erst mit der Zeit verspürte ich zunehmend Lust, auch Menschen zu fotografieren. Ich sah das auch als Möglichkeit mich weiterzuentwickeln, also gab es erste zaghafte Gehversuche mit privaten Portraitshootings und die ersten Hochzeiten von Menschen aus dem Freundeskreis. Das alles bereitete mir sehr viel Freude und der Rest ist Geschichte und ich bin hier.

 

 

Was ist für dich der perfekte Schnappschuss?

Der perfekte Schnappschuss spiegelt für mich eine Situation wider, wie sie in diesem Moment war. Ungekünstelt und unverstellt. Menschen wirken authentisch und jeder Betrachter der Bilder begreift sofort die Kernaussage des Fotos. Menschen die Lachen oder still in sich gekehrt sind – alles ist Echt und vermittelt dem Betrachter so einen sehr direkten Bezug zur Situation. Natürlich muss man für solche Bilder immer nah am Geschehen sein, was bedeutet dass die Menschen sich mit „ihrem“ Fotografen möglichst wohl fühlen sollten. Das ist wichtig und nur so entstehen schöne persönliche spontane Bilder.

"Glück kann man nicht in Worte fassen

und deshalb braucht es jemanden,

der das Glück und die Liebe

zweier Menschen einfangen kann."

 

 

Gibt es eine Hochzeit, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Nein, eigentlich nicht. Höchstens vielleicht meine Allererste. Einer meiner engsten Freunde wollte von seiner Hochzeit Bilder haben und da kam ich dann ins Spiel. Schließlich besaß ich eine Spiegelreflexkamera und das reichte als Kriterium. Damals war ich allerdings noch voll in meinem „Natur-Modus“ und bin mit entsprechend wenig Erfahrung an die Sache heran. Das ist allerdings schon etliche Jahre her und mein Lehrgeld habe ich mittlerweile bezahlt.

 

 

Welche Tipps hast du für Brautpaare, die einen Fotografen für ihre Hochzeit suchen?

Die Chemie zwischen dem Paar und dem Fotografen sollte stimmen und auf sein Bauchgefühl zu hören schadet sicher auch nicht. Der Fotograf wird schließlich über den ganzen Tag ständiger Begleiter sein und man möchte wunderschöne, persönliche Bilder. Da werden Tränen der Rührung und der Freude fotografiert und der erste Kuss nach dem Ja-Wort. Persönlicher geht es eigentlich kaum, deswegen halte ich es für sehr wichtig wenn man sich gegenseitig mag und nicht nur Fotograf der Hochzeit ist, weil man bei Google ganz oben steht.

 

Geld ist nicht alles! Heutzutage findet man in jeder Preislage Hochzeitsfotografen, aber der Preis lässt nicht unbedingt Rückschlüsse auf die Qualität zu. Der begabte Student der sich noch nebenher was verdienen möchte kann unter Umständen genauso die passende Wahl sein wie ein Vollzeitprofi. Die Fotografen, die ihren Lebensunterhalt mit der Fotografie bestreiten werden mich jetzt wahrscheinlich für diese Worte hassen, aber es ist nun mal so. Ein Treffen und ein Plausch zum Kennenlernen mit dem Fotografen sollten selbstverständlich sein und man sollte sich auch unbedingt seine Bilder anschauen. Optimalerweise darf man auch die ein oder andere komplette Hochzeitreportage sehen – das gibt die Sicherheit dass man beim Portfolio nicht nur auf ein paar ausgewählte "Best of"-Bilder hereinfällt und der Rest eher mittelmäßig ist.

 

Ein Vertrag ist wichtig in dem alles geregelt ist. Er dient beiden Seiten als Sicherheit. Was geschieht wenn der Fotograf krank ist und nicht kommen kann? Oder einer der Eheleute verstaucht sich den Fuß und die Hochzeit soll verschoben werden? Auch wenn es lästig ist, aber das alles sollte geregelt sein und schützt vor eventuellen späteren Streitigkeiten.                                               

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem Fotografen in Kontakt zu treten?

So früh wie möglich. Je länger man wartet desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sein Wunschfotograf am Hochzeitstag schon verbucht ist. Hilfreich ist es allerdings, wenn das Hochzeitspaar schon ein paar Vorstellungen über den Auftrag hat. Soll es eine Reportage werden? Oder soll nur die Trauung begleitet werden? Zu sehr muss man da zu Beginn gar nicht ins Detail gehen aber ein grober Plan ist immer hilfreich. Schließlich möchte auch der Fotograf wissen auf was er sich einlässt.

 

 

Ganz kurz: Vorgespräch und dann? Wie sieht der Ablauf bis zur Hochzeit und am Hochzeitstag selbst aus?

Nach dem Gespräch treffe ich mich üblicherweise mit dem Hochzeitspaar zu einem Probeshooting. Nicht jeder fühlt sich vor der Kamera wohl und so kann man Vertrauen und Sicherheit herstellen. Und am Hochzeitstag gehen beide Seiten entspannter in den Tag weil man weiß wie der andere tickt. Die dabei entstandenen Bilder kann man, wenn man mag, dann auch noch gleich für die Einladungskarten verwenden. Das nächste Treffen findet dann statt, wenn sich das Paar für eine Location entschieden hat und auch sonst schon der Tagesablauf ziemlich sicher ist. Schließlich möchte ich als Fotograf wissen, was wann wie wo passiert. Beim Probeessen bin ich gerne dabei und überhaupt bei allem was für den Fotograf und das Paar wichtig sein könnte. Und am Hochzeitstag gibt es mit mir dann überhaupt keine Arbeit mehr. Ich werde an diesem Tag den frisch Getrauten nicht von der Seite weichen und alles so dokumentieren wie es gewünscht wurde.

 

 

Verrate uns noch, ob du Pläne für 2017 hast oder besser: worauf freust du dich im nächsten Jahr?

Ich freue mich auf meine erste Winterhochzeit. Drückt die Daumen, dass Schnee fällt!

Romantischer geht’s ja da dann kaum :)

 

 

 

Lieber Tobias, ich möchte mich recht herzlich bei dir bedanken.

Danke für deine Freundschaft, deine Zeit und danke für das tolle Interview!

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